Galzigbahn * Cable Car Station

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Project Description
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Building of a cable car station including side facilities
St. Anton in Tyrol – a village with long tradition in skiing tourism – has a new architectural landmark, starting with the Winter-Season 2006/2007. The village once again proves its open-mindedness for new ways in architecture. After building the 4* hotel Lux Alpinae in 2003 the newly constructed base terminal of Galzigbahn by driendl*architects sets new standards in cable-railway architecture.

Glass, steel, concrete – favoured materials when Georg Driendl expresses his views of an architecture. Sober feedstock, yet sensual in its combination. An architecture which strongly refuses the fashion of hollow and meaningless aesthetical over-forming.
The form of the new basis station directly evolves out of the transport function it has to achieve. The desire for readability defines the material choice. Glass reveals technical inner life and previews the trip up to the mountain. Concrete grounds the construction, anchors it into the slope, creates a counterweight and is a carrier of a space truss (organized in triangulated bracing and as filigree as possible) which carries off the weight of the roof; the visible construction of the space truss (with its riggings and the chosen profiles) directly evolves from the prevailing wind- and weather conditions, always standing in attention to defy wind, rain and snow-masses.

Form defines the function and evolves out of the balance of power; technical inner life and the experience of a journey up the mountain are clearly evident and strongly oppose architectural acting.

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Galzigbahn

Bauherr: Arlberger Bergbahnen AG

Neubau einer seilbahntechnischen Anlage mit Nebeneinrichtungen.

raumplanerische Integration

Kassenzone sowie Ein- und Ausstieg werden auf die dem Ort zugewandte Seite verlegt. Transparenz und Attraktivität der Architektur tragen zu einer Steigerung der Attraktivität des Ortsbildes bei und schaffen somit eine neue Identität und binden die Dynamik des Alpintourismus direkt an den Ort. Durch die technisch-funktionelle und ästhetische Öffnung der Talstation zum Ort hin entsteht eine infrastrukturelle Impulswirkung, die man drei Jahre nach Inbetriebnahme an den umliegenden geschäftlichen Aktivitäten und der Belebung des somit neu geschaffenen Platzes erkennen kann.

Als neues Wahrzeichen begünstigt die Talstation der Galzigbahn eine Belebung ansässiger sowie

die Ansiedelung neuer Gastronomie und wird zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Technische Daten

seilbahntechnische Anlage Doppelmayr

Funitel DLM-System (Zweiseilumlaufbahn) kombiniert  mit der seilbahntechnischen Weltneuheit eines  „Riesenrades“ für den bequemen, ebenerdigen Einstieg der Fahrgäste – PROTOTYP

Riesenraddurchmesser                            9,60m

Kapazität                                2200 Personen / h

Seehöhe Talstation                           + 1317,5 m

Seehöhe Bergstation                     + 2086,23 m

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Dynamische Kathedrale für einen Schiort

Gondelinnovation für einen Schiort von Format

Auf einzigartige Weise inszeniert die Architektur der Talstation auf den Galzig in St. Anton am Arlberg die innovative Seilbahntechnik.  Ein Riesenrad, das die Gondeln auf die Einstiegsplattform hebt, bietet höchsten Fahrkomfort auf einer Ebene. driendl*architects umhüllten es mit einem filigranen Raumfachwerk aus Glas und Stahl, das auf einem schlanken Betonsockel mit tiefem Seilbahnschacht fest im Ortskern verankert ist. Die schlanke, optimierte Konstruktion hält jeder Gebirgswitterung stand, selbstredend leitet eine Rampe zum Einstieg, bei freiem Blick wird das Entgleiten in die Bergwelt zum Erlebnis.

Isabella Marboe

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„Wenn die Räume Gondeln tragen“

(c) Nicole Sabella

Glas, Stahl, Beton.

Nüchternes, doch in seinem Zusammenspiel immer wieder erstaunlich sinnliches Rohmaterial, das einer Architektur entspricht, die sich gezielt dem zeitgeistigen Diktat sinnentleerter ästhetischer Überformung verweigern möchte.

So ist auch die Form des neuen Talstationsgebäudes der Galzigbahn zu verstehen, die bar

jeder architektonischen Kraftmeierei unmittelbar aus dessen Transportfunktion erwächst.

Der Wunsch nach Lesbarkeit der Architektur bestimmt auch die Materialwahl.

Glas enthüllt technisches Innenleben und lässt den Fahrgast schon von außen das Schauspiel erahnen, welches das Erleben der Bergfahrt für ihn bereitzuhalten vermag.

Beton erdet den Bau, verankert ihn im Hang, schafft mit seiner Masse ein Gegengewicht und wird zum Träger eines stählernen „Raumfachwerks“ aus Rundrohrstäben, das – so filigran als möglich gehalten – die Last des Daches ableitet.

Dessen sichtbare Konstruktion unterwirft sich mit ihren Abspannungen und der gewählten Profilstärke dem Diktat der mikroklimatischen Wetterverhältnisse, allzeit in Habtachtstellung, um Wind, Regen, Schneemassen zu trotzen.

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Dennoch ist sie geradezu schön geworden, die neue gläserne Haube über den massiven Betonflügelwänden, wie sie sich mit elegantem Schwung ins Tal hinabwälzt, und ist doch weder waghalsiger architektonischer Drahtseilakt noch bloße Gerätebehausung. Vielmehr entwickelt sich die Architektur wie von selbst aus der Funktion zu einer ebenbürtigen Partnerin der Technik – ja mehr noch: sie ist ihr eigentlicher Katalysator. So sehr verstand Georg Driendls Entwurf den Auftraggeber (die Arlberger Bergbahnen AG) zu begeistern,  dass dieser den Technologielieferanten (die Firma Doppelmayr) anhielt, die Entwicklung der neuen, zunächst als schwer realisierbar erscheinenden Seilbahntechnologie voranzutreiben.

Nun also umspielt die bewegte Architektur die Bahntechnik und zeichnet dabei gekonnt minimalistisch den eindrucksvollen, gängige Standards hinter sich lassenden neuen Bewegungsablauf der Galzigbahn nach:

Die Gondel wird vom Hang kommend in das Gebäude geführt und über ein eigens entwickeltes „Riesenrad“ nach unten geleitet, der dort wartende Fahrgast steigt erstmals ebenerdig zu. Neben dem Bequemlichkeitseffekt wird dadurch auch das hohe Unfallrisiko dieser Anlagen, speziell bei den sonst erforderlichen Rolltreppen als einzige Zustiegsmöglichkeit, ausgeschalten.

Talseitig schwingt die Glashülle über den Kassen in einem weit auskragenden Vordach aus und gewährt dem Passagier als Einstimmung auf das ihn erwartende Fahrerlebnis einen Blick auf das gewaltige „Riesenrad“ und das ständige Auf und Ab der Gondeln.

Sodann vollzieht die Kabine eine Hubdrehbewegung in die Gegenrichtung: Die Passagiere werden mitsamt der Gondel emporgehoben und schweben über die dörfliche Dachlandschaft hinweg durch den verglasten Raum dem Galzig entgegen. Kein konstruktives Gestänge trübt den Panoramablick auf dem Weg nach oben, denn die Tiefziehstütze wurde dem Baukörper unauffällig einverleibt. So kann der Passagier mit der Gondel den Raum erobern − von innen nach außen, bis die räumlichen Grenzen beinahe aufgehoben sind.

driendl *architects haben den geschwungenen Baukörper der Talstation zu einem Piktogramm der Galzigbahn verdichtet.

Leichtfüßiger, anschaulicher und sinnlicher kann funktionale Architektur nicht sein.

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